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Um eine professionelle und vor allem individuell optimale Pflege zu gewährleisten, bedienen wir uns zweier Pflegemodelle. Auf der einen Seite steht das bedürfnisorientierte Modell nach Monika Krohwinkel, auf welches wir unseren Schwerpunkt legen, da es vor allem bei Menschen mit Demenz gut anzuwenden ist, und auf der anderen Seite das Selbstpflege- Defizit- Modell nach D. Orem.
 
AEDL

AEDL ist eine Abkürzung für „Aktivitäten und existenzielle Erfahrungen des Lebens“. Somit bringt man die einzelnen Bedürfnisse in Erfahrung. Die AEDLs stehen zwar als einzelne Punkte, jedoch müssen als ineinandergreifendes System erfasst werden, um das vielfältige Spektrum des Patienten genau zu erkennen. Bei der Erstellung der Anamnese gehen wir auf jedes ATL (Aktivität des täglichen Lebens) einzeln ein. Wir wollen nachvollziehen, wie durch Krankheit, Behinderung oder sonstigen Pflegebedarf das tägliche Leben verändert, wie einfache, gewohnte und selbständige Verrichtungen erschwert oder unmöglich werden bzw. wie ehemals utopische Vorgänge durch Therapien und Pflege wieder realisierbar werden.
Für die Umsetzung des Modells in der praktischen Handlungsweise eignet sich das Instrument des Pflegeprozesses, die AEDL dienen dabei als Checkliste. Die Wertung der AEDLs wird hauptsächlich von unserer Wahrnehmung und Haltung getragen und gibt uns Antwort auf die Bedürfnisse des kranken Menschen.
Die AEDLs lauten wie folgt:
1.    Kommunizieren
2.    Sich bewegen
3.    Vitale Funktionen des Lebens aufrecht erhalten
4.    Sich Pflegen
5.    Essen und Trinken
6.    Ausscheiden
7.    Sich kleiden
8.    Ruhen und Schlafen
9.    Sich beschäftigen
10.    Sich als Mann oder Frau fühlen und verhalten
11.    Für eine sichere Umgebung sorgen
12.    Soziale Bereiche des Lebens sichern
13.    Mit existentiellen Erfahrungen des Lebens umgehen

Selbstpflege- Defizit- Modell

Des weiteren bemühen wir uns, soweit es uns möglich ist, da es schwer ist folgende Methode bei Menschen mit Demenz durchzuführen, nach dem Bedürfnismodell von D. Orem zu arbeiten. Nach dieser Vorstellung beherrschen Menschen die Selbstpflege und es besteht ein Gleichgewicht zwischen dem Selbstpflegebedarf und der Selbstpflegefähigkeit. Dieses Equilibrium wird bei Veränderung der Lebenssituation gestört und eingeschränkt. D.h. es kommt schlussfolgernd zu einem Ungleichgewicht. Nun liegt ein Selbstpflegedefizit vor und die professionelle Pflege wird nötig.
Nach Orem gibt es:
-    Menschen die krank sind und trotzdem keine professionelle Pflege benötigen
-    Menschen die gesund (frei von Erkrankungen), aber trotzdem professionelle Hilfe benötigen
Professionelle Hilfe bedient sich nach D.Orem folgender Methoden:
1.    Körperliche und seelische Unterstützung
2.    Handeln für den Pflegebedürftigen
3.    Anleiten
4.    Schaffung einer Umgebung, die der persönlichen Entwicklung dient
5.    Unterrichten des Pflegebedürftigen

Die Auswahl einer geeigneten Methode wird dadurch getroffen, dass sich die Pflegeperson für eines der folgenden Pflegesysteme entscheidet:
-    Kompensatorische Pflege: Handeln an Stelle des Pflegebedürftigen
-    Teilweise kompensatorische Pflege: Handeln für und mit dem Patienten
-    Unterstützen der Selbstpflege
In unseren Augen wiedersprechen sich die Modelle nicht und setzen lediglich die unterschiedlichen Schwerpunkte fest.

Es gilt: Pflege ist immer:

- Patientenzentriert, individuell, d.h. im Mittelpunkt der Pflege steht der einzelne Mensch, der Pflege benötigt

- Ganzheitlich, d.h. Pflege beachtet alle Lebensbezüge des Menschen, d.h. Körper, Psyche und soziales Umfeld

- Geplant, d.h. Pflege schätzt die Einschätzung des Pflegebedarf voraus und wird immer wieder nach Bedarf ausgerichtet

- Professionell, d.h. Pflege als Beruf setzt eine Qualifikation voraus, die durch eine Ausbildung erworben und durch ein Examen nachgewiesen wird